Ofenbau Projekt für unser Partnerland Ecuador

Donnerstag, 19. April 2018

Geovanny Zhunaula (26) aus Ecuador war einige Wochen in der Fastenzeit und an Ostern Gast der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) in der Erzdiözese München und Freising. Von Beruf ist er Agraringenieur und stammt aus Loja, einer Kleinstadt am südlichen Ende des Hochlandes Ecuadors. Er hat bereits ein Jahr als Freiwilliger in der Erzdiözese in der Kindertagesstätte St. Ansgar in Pullach gearbeitet und spricht und versteht daher neben seiner Muttersprache Spanisch auch die deutsche Sprache.

Geovanny Zhunaula wurde von der Landvolkbewegung in den vergangenen Wochen mit dem Ofenbau vertraut gemacht (siehe Foto), um für Familien in den Bergen in der Region Loja das Leben in ihren sehr einfachen „Ein-Raum-Häusern“ zu verbessern. Das Kochen erfolgt dort bei offenem Feuer. Es gibt dort keinen Strom und keine öffentliche Wasserversorgung. Dazu sagt der junge Ecuadorianer: „Wir entnehmen mit Hilfe von Schläuchen Wasser aus kleinen Bächen in den Bergen über selbstgebaute Leitungen. Das Wasser wird für das Kochen, Waschen, Essen und für die Tiere der campesinos (Bauern) gebraucht. Wir trinken das Wasser auch ohne weitere Aufbereitung, daher ist es wichtig, dass das Wasser nicht verschmutzt wird, denn es ist in den Bergen eine unserer Lebensgrundlagen.“

Weiter führt Herr Zhunaula aus: „Das Wasser kommt über den Regen in die Berge. Die Luftfeuchtigkeit steigt aus den Wäldern in die Höhe und kondensiert. Dann regnet es in den Bergen. Langsam fließt das Wasser in die Erde und wird daher zur Wasserquelle für die Menschen. Ohne Bäume gibt es kein Wasser und somit auch kein Überleben in den Bergen. Der Schutz der Bäume ist also für uns sehr wichtig. Das Holz der Bäume benötigen die Bauernfamilien dort für das Kochen. Beim Ofenbauprojekt muss ich den Familien auch erklären, dass sie für die nächste Generation eigene Bäume anpflanzen müssen. Wir benutzen das Holz für das Kochen in der Küche. Das Problem ist dabei, dass der Rauch im Haus ist und kaum abzieht. Der Rauch des Feuers, den die Menschen einatmen, ist auch für die Lunge sehr schädlich und verkürzt ihre Lebenserwartung. Mit Hilfe eines Ofens mit entsprechender Bauweise und Rauchabzugsrohr kann die Lebenssituation wesentlich verbessert werden. Auch wird mit einem Ofen weniger Holz für das tägliche Kochen benötigt als bei einem offenen Feuer.“

Er selbst hat einen hier gebauten Ofen bei der Diözesanversammlung der KLB in Pfaffing bedient und darauf gekocht. „Ein Feuer in kleinen angepassten Öfen reduziert somit den Holzverbrauch in den Bergregionen und die lebensnotwendige Wiederaufforstung in den Anden Ecuadors hat zusätzlich eine klimaschonende Wirkung“, ergänzt Anne Karl-Rott, die Sprecherin des Arbeitskreis Ecuador der KLB. Die Teilnehmer der Diözesanversammlung des Landvolks wünschen dem jungen Ecuadorianer, der in Kirche und Gesellschaft tief verwurzelt ist, einen guten weiteren Weg in seiner Heimat. Die KLB wird ihn mit Hilfe des Ofenbau-Projekts weiter unterstützen.