Lebensgedanken

Lebensgedanken


Hoffnungsbilder – Mk 13,24-32

„Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.“ (Mk 13,28)

Die Hoffnung auf den nächsten Sommer
- kann uns über manche trüben Wintertage hinweg helfen.
Die Hoffnung auf kluge Entscheidungen
- mag uns vor Resignation angesichts der Weltlage schützen.
Die Hoffnung auf persönliches Glück
- ein Anker, wenn Trauer unsere Wege dominiert.

Dieses Hoffnungsbild vom Feigenbaum gehört fett angestrichen, denn es geht fast unter vor der bedrohlichen Kulisse in den Versen davor. Und es ist wichtig zu wissen, dass im anschließenden Vers nicht das Ende vor der Türe steht, sondern eben dieser Sommer, ein Übersetzungsfehler!
Allen Schwarzsehern, Untergangspropheten und Depressionsspezialisten sei gesagt: Macht nur so weiter, den Frühling könnt auch ihr nicht aufhalten.
Ich setze meine Hoffnung dagegen. Mehr habe auch ich oft nicht - aber mit Jesus zumindest einen festen Verbündeten.
 

Johannes Seibold
Landvolkseelsorger der KLB München und Freising und
Gemeindereferent im  Pfarrverband Schweitenkirchen


Höre Israel – zu Mk 12,28b-34

Wir alle dürfen uns in diesem Text als „Israel“, als geliebtes Volk Gottes, angesprochen fühlen. HÖRE, Israel… Es klingt gut, schön und einfach. Die Umsetzung bereitet den Menschen zu allen Zeiten Schwierigkeiten. Jeder darf seine Liebe zu Gott entdecken und pflegen. Jeder auf seine Art, die kann sicher auch unterschiedlich aussehen. Es ist zuerst eine stille, ruhige Art der Liebe, doch in der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft. Wenn mein Leben von Gottes Liebe durchströmt ist, dann könnte doch sich selber und den Nächsten zu lieben eine logische Folge sein. Dann wirkt das in meinem Tun fort. „Gott, schenke mir ein hörendes Herz. Für dich, für mich, für den Nächsten. Amen.“
 

Lisi Englhart
Mutter, KLB Assling,
Gemeindeassistentin


Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke. (Mk 10, 35-45)

Jakobus und Johannes wollen im Reich Gottes gerne zur Rechten und zur Linken Jesu sitzen, ihm sozusagen ganz nah sein. Sie haben keine Vorstellung von dem, wie das Reich Gottes sein wird und gehen mit menschlichen Maßstäben ran. Diese gelten dort aber nicht. Im Reich Gottes ist für alle Platz, die Nähe Gottes zu allen ist gleich groß. Auf dem Weg zum Reich Gottes wird „der Kelch zu trinken sein“. Ich verstehe darunter: das Lieben lernen. Den anderen annehmen und zulassen, dass Gott ihn mit der gleichen Liebe wie mich liebt. Ehrenplätze sind im Reich Gottes nicht vorgesehen. Da könnten wir anfangen, allen die gleiche Ehre zuteilwerden zu lassen?

Allen Ursulas zum Namenstag herzlichen Glückwunsch, Gottes Segen!
 

Elisabeth Simon
Pastoralreferentin


Zum Text der ersten Lesung aus dem Buch der Weisheit schreibt der Theologe Jürgen Moltmann: «Das Leiden an der Wirklichkeit ist untrennbar mit der Leidenschaft für das Mögliche verbunden.» Dazu passt die Tatsache, dass Jesus im Tagesevangelium seine besondere Nähe zu den Kleinsten, in diesem Fall zu den Kindern zum Ausdruck bringt. Damit lebte er vor, was es heißt, nach Gottes Plan zu leben und zu handeln. Den Weg im Hier und Heute müssen wir nun selber gehen.
Wir dürfen all unsere Gaben und Fähigkeiten in den Dienst am Reich Gottes stellen, es geht nicht um oben oder unten, groß oder klein. Für deren Nachhaltigkeit gilt: Das Gemeinwohl steht vor den Partikularinteressen.
Auch Salvador Dali hat sich in seinem Zyklus „Biblia Sacra“ einem Themenfeld zugewandt, bei dem man ihn auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Zur Vernissage einer Ausstellung mit den seltenen Drucken aus diesem Zyklus kommt an diesem Sonntag, dem 23. September 2018 um 9 Uhr der evangelische Pastor und Alttestamentler Dr. Herbert Specht als Referent ins untere Haus des Petersberges. Anschließend findet eine Eucharistiefeier um 11 Uhr in der Basilika mit Abt Markus von Scheyern zur Hinführung auf das 900. Jubeljahr des Klosters Scheyern statt.
So können Sie bzw. könnt Ihr bildlich die Lebensgedanken vertiefen.
 

Josef Mayer
Landvolkpfarrer KLB Bayern
Direktor Landvolkshochschule Petersberg


Mit den Lebensgedanken bieten wir einen weiteren Service an. Die kurz gehaltenen Texte sind Impulse zu den jeweiligen Sonntags-Lesungen, bzw. zum Sonntagsevangelium. Sie kommen per E-Mail zu Ihnen, in der Regel am Samstag.  Den Beginn macht unser Geistlicher Leiter Johannes Seibold. Es folgen verschiedene Menschen aus den Reihen von KLB und Landpastoral mit ihren ganz persönlichen „Gedanken zum Leben“.

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