Lebensgedanken

Lebensgedanken


Zum Text der ersten Lesung aus dem Buch der Weisheit schreibt der Theologe Jürgen Moltmann: «Das Leiden an der Wirklichkeit ist untrennbar mit der Leidenschaft für das Mögliche verbunden.» Dazu passt die Tatsache, dass Jesus im Tagesevangelium seine besondere Nähe zu den Kleinsten, in diesem Fall zu den Kindern zum Ausdruck bringt. Damit lebte er vor, was es heißt, nach Gottes Plan zu leben und zu handeln. Den Weg im Hier und Heute müssen wir nun selber gehen.
Wir dürfen all unsere Gaben und Fähigkeiten in den Dienst am Reich Gottes stellen, es geht nicht um oben oder unten, groß oder klein. Für deren Nachhaltigkeit gilt: Das Gemeinwohl steht vor den Partikularinteressen.
Auch Salvador Dali hat sich in seinem Zyklus „Biblia Sacra“ einem Themenfeld zugewandt, bei dem man ihn auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Zur Vernissage einer Ausstellung mit den seltenen Drucken aus diesem Zyklus kommt an diesem Sonntag, dem 23. September 2018 um 9 Uhr der evangelische Pastor und Alttestamentler Dr. Herbert Specht als Referent ins untere Haus des Petersberges. Anschließend findet eine Eucharistiefeier um 11 Uhr in der Basilika mit Abt Markus von Scheyern zur Hinführung auf das 900. Jubeljahr des Klosters Scheyern statt.
So können Sie bzw. könnt Ihr bildlich die Lebensgedanken vertiefen.
 

Josef Mayer
Landvolkpfarrer KLB Bayern
Direktor Landvolkshochschule Petersberg


„Dieses Volk ehrt mich mit seinen Lippen, … (Mk 7,6)

… sein  Herz aber ist weit weg von mir.“ Jesus zitiert den Propheten Jesaja, nachdem man ihm vorgeworfen hat, dass seine Jünger sich nicht an die überlieferten Rituale der Handwaschung halten. Ein hartes Wort Jesu. Mancher gönnt es wohl den übergesetzestreuen Pharisäern und Schriftgelehrten. Aber Vorsicht. Wieviel „Herz“ ist bei unserer Gottesliebe im Spiel? Anders gefragt: Agieren wir mit zu vielen Lippenbekenntnissen über Gott und setzten zu wenig Herz ein? Wie kommen bloße Lippenbekenntnisse bei den Menschen an? Es gibt eine einfache Lösung: Herzlichkeit leben! Was damit gemeint ist, spürt jedes Kind. Mehr braucht es nicht.
 

Johannes Seibold
Landvolkseelsorger - KLB München & Freising
und Gemeindereferent im  PfarrVerband Schweitenkirchen


„Die Weisheit hat ihr Haus gebaut“ (Spr 9,1)

Im Buch der Sprichwörter wird die Weisheit, die göttliche Sophia, beschrieben wie eine umsichtige gastfreundliche Frau, die alles bereitet hat, um die Unwissenden und Unerfahrenen einzuladen. Mich spricht das Bild sehr an, weil es Weisheit und Klugheit mit einem sehr sinnlichen Bild verbindet: dem eines Gastmahles. Es zeigt, dass es hier nicht nur um den Kopf geht, sondern um den ganzen Menschen. Weisheit ist oft im wahrsten Sinne des Wortes auch einfach Bauchgefühl. Und mir gefällt, dass die Einladung allen gilt, die sich angesprochen fühlen.
 

Sascha Rotschiller
Stellvertretender Direktor
Landvolkshochschule Petersberg


"der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal" (1 Könige 19,4-8)

Von Elija wird berichtet, dass er eine Tagesreise in die Wüste hineinging, sich hinlegte und den Tod wünschte. Elija war scheinbar in einer Lebenskrise. Wer kennt sie nicht, solche Lebenskrisen oder andere Krisen?

Ich ziehe Bilanz und meine versagt, meinen Auftrag nicht erfüllt zu haben. Dann will ich auch nicht mehr, es lohnt sich nicht mehr und würde mich am liebsten in den letzten Winkel des Hauses zurückziehen, wo mich niemand findet.

Dann steht auf einmal jemand neben mir, lächelt mich an, fragt nach meinem Befinden, legt seinen Arm um mich, spricht mir gut zu, … Langsam komme ich wieder zu mir, spüre mich selbst und kann dann auch wieder Gott spüren. Die alte Liebe kommt auch wieder zurück. Aus dieser Krise gehe ich dann wieder gestärkt heraus, finde meinen Weg wieder zu den Mitmenschen und natürlich auch zu Gott. Nur MUT!!
 

Diakon Andreas Klein
Leiter der Bäuerlichen Familienberatung
im Erzbistum München und Freising


Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen (Ex 16, 2-4.12-15)

Die Israeliten dachten nur daran, ihren Hunger zu stillen. Ihnen fehlte das Vertrauen und der Glaube an Gott. Gott weist sie und uns darauf hin, dieses Brot kann man auf keine Weise verdienen, man kann es nur als Gabe Gottes empfangen. Die Menschen die an der wunderbaren Speisung teilgenommen hatten, haben das Wunder nur zum Teil verstanden. Der Schlüssel dieses Wunders ist der Glaube und das Vertrauen auf Gott.

Martina Hell
KLB Aßling, KLB Diözesanvorstand


Es reicht für alle (Joh 6,1-15)

Ja, es könnte für alle reichen! Der UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon sagte: „wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.“ Jesus lehrt uns heute, dass es auf jeden einzelnen ankommt. Im Evangelium hat ein kleiner Junge den Anstoß gegeben. Jeder unter uns, und fühlt er sich auch noch so unwichtig, zählt mit seinen Taten. Wie die Zukunft unseres Planeten aussieht, das weiß keiner. Aber gewiss können wir im Kleinen beginnen das Große zum Guten hin zu verändern.

Lisi Englhart
Mutter, KLB Aßling,
Gemeindeassistentin


Mit den Lebensgedanken bieten wir einen weiteren Service an. Die kurz gehaltenen Texte sind Impulse zu den jeweiligen Sonntags-Lesungen, bzw. zum Sonntagsevangelium. Sie kommen per E-Mail zu Ihnen, in der Regel am Samstag.  Den Beginn macht unser Geistlicher Leiter Johannes Seibold. Es folgen verschiedene Menschen aus den Reihen von KLB und Landpastoral mit ihren ganz persönlichen „Gedanken zum Leben“.

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