Freundschaft verbindet - KLB pflegt Partnerschaft Bayern - Senegal

Freitag, 22. Oktober 2021

Abend der Begegnung mit Erzbischof Ndiaye (Dakar) und weiteren Gästen aus dem Senegal am Petersberg

Zu einem Begegnungsabend mit Freunden aus dem Senegal am Montag, 18. Oktober, hatten die Katholische Landvolkbewegung in Bayern (KLB) und die Katholische Landvolkshochschule Petersberg (Erdweg, Landkreis Dachau) im Rahmen des Weltmissionsmonat Interessierte eingeladen. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Abteilung Weltkirche im Erzbischöflichen Ordinariat München und von missio München.

Sechs von sieben Diözesanverbänden der KLB in Bayern pflegen zum Teil seit 40 Jahren eine Partnerschaft mit einer katholischen Diözese im Senegal. Der Münchner Diözesanverband, der eine Partnerschaft mit Ecuador eingegangen ist, organisierte diese Veranstaltung dennoch mit, weil heuer die zentralen Festlichkeiten zum Weltmissionsmonat in der Erzdiözese München und Freising stattfinden und  „weil wir über die Kontinente und Religionen hinweg voneinander lernen können, eine Welt in Frieden und Gerechtigkeit zu gestalten“, erläuterte der Münchner KLB-Geschäftsführer Manfred Wilkens seine Motivation, an der Begegnung mitzuwirken.

Erzbischof Benjamin Ndiaye aus Dakar: Priester möglichst nah an Menschen

Die Augsburger Bildungsreferentin Vera Schanz moderierte nach einer eindrucksvollen Einführung zu „40 Jahre Partnerschaft der KLB mit dem Senegal“ durch den Regensburger Geschäftsführer Klaus Hirn drei Gesprächsrunden mit jeweils zwei Gästen.

In der ersten Runde begrüßte sie Erzbischof Benjamin Ndiaye aus Dakar, der Hauptstadt des Senegal. In einer Studie habe er feststellen können, dass in Regionen, die vor der Stadt liegen, die Nachfrage nach christlichen Pfarreien vorhanden sei, denn oftmals gehe mit einer spirituellen Entwicklung auch ein wirtschaftlicher Fortschrift einher. Die Diözese möchte eine Pastoral fördern, bei der die Priester möglichst nah an den Menschen sind.

Caritas im Senegal möchte Perspektive für Menschen im Klimawandel schaffen

Der zweite Gast der Gesprächsrunde war Abbé Fulgence Coly, Priester und Direktor der Caritas der Diözese Ziguinchor. In seiner Diözese sei es wichtig, sich mit den sozialen und diakonalen Fragen zu beschäftigen. Die Caritas beschäftige sich auf ganzheitliche Art und Weise mit der Entwicklung der Menschen vor Ort.

Viele Menschen im Senegal leben von der Landwirtschaft. 55 % der Menschen sind im ländlichen Bereich zu Hause. Viele junge Menschen sind arbeitslos. Die Caritas möchte eine Perspektive für diese Menschen schaffen. Ein weiterer Aspekt für die Kirche und die Caritas ist der Klimawandel, der sich insbesondere für die Landwirtschaft negativ auswirkt. Die Politik sei hier nicht so wirksam, wie es notwendig wäre und daher sei es Aufgabe der Caritas, hier aktiv zu werden.

Erzbischof Benjamin Ndiaye verweist auf „Kampf um Gerechtigkeit und Frieden“

Auch Erzbischof Benjamin Ndiaye wies auf die Themen Migration und Flucht hin. Es sei sehr wichtig, dass junge Menschen an ihr Land glaubten. Es sei wichtig, dass sie selbst die wichtigsten Akteure der Entwicklung seien und das betreffe auch die lokalen Regierungen, sagt Erzbischof Ndiaye und verweist auf einen 25 Jahre alten Brief mit dem Titel „Kampf um Gerechtigkeit und Frieden“. Die Themen seien auch heute aktuell, insbesondere für junge Menschen in Afrika. Die sich ausbreitende Wüste und die Jugendarbeitslosigkeit seien ein Drama, dass die Gesellschaft nicht länger akzeptieren dürfe. Alle Verantwortlichen seien aufgefordert, sich an Lösungen zu beteiligen, ermahnte der Erzbischof der senegalesischen Hauptstadt Dakar die Anwesenden.


Eindringlicher Appell zur Partnerschaft in Zeiten der Flucht auf dem Mittelmeer

Missio- Referent Michael Krischer unterstrich in einem spontanen Statement, dass es wichtig sei, was der Erzbischof beschrieben habe, „dass junge Leute sich aufmachen, aufs Meer gehen und alles auf sich nehmen, um nach Europa zu kommen“. Und das sei auch ein Punkt, den die Kirche im Senegal in besonderer Weise im Blick habe. Es sei ein Skandal, dass die jungen Leute auf ihrer Flucht im Meer ertrinken. Das solle man hier mit der entsprechenden Solidaritätshaltung wahrnehmen „und schauen, wie wir da mithelfen können“. Ein eindringlicher Appell von Michael Krischer, der auch nach vier Jahrzehnten Partnerschaft nichts an seiner Aktualität verloren hat. Menschen sterben nach wie vor im Mittelmeer, weil sie eine Lebensperspektive suchen. Missio München unterstützt die Menschen im Senegal, damit sie dort eine Zukunft haben.

Weitere Bischöfe betonen die Not auf dem Land im Senegal

In den weiteren Gesprächsrunden traten Bischof Martin Boucar Tine aus der Diözese Kaolack und Gerd Schneider, Diözesanvorsitzender der KLB Würzburg, an die Interviewtische. Danach der katholische Bischof von Thiès, André Guèye, zusammen mit dem Muslimen Kalif Mountaga Tall aus Dakar. Alle Gesprächspartner stimmten der Analyse der Situation ihrer Vorredner zu.

Nach den Interviews lud die Künstlerin Gabriele Schlüter die Teilnehmenden und Gäste aus dem Senegal und Bayern dazu ein, zwei Stelen mit Mosaiksteinen zu verzieren. Zum Tagesabschluss luden der Würzburger und der bayerische Landvolkseelsorger Wolfgang Scharl und Josef Mayer zum Gebet und zur Musik der Mönche des Kloster Keur Moussa in die Basilika am Petersberg ein.

 

Kontakt

Martin Wagner

Katholische Landvolkbewegung (KLB) Bayern

Landesgeschäftsführer

Telefon: 089 / 17 99 89 – 02 

Fax: 089 / 17 99 89 – 04

E-Mail: m.wagner@klb-bayern.de

 

Foto: Bischöfe, Laien und Priester aus dem Senegal waren zum Weltmissionssonntag in Bayern. Gute Gastgeber in der Landvolkshoch­schule Petersberg in Erdweg waren Dr. Vera Schanz, KLB Augsburg (unten links), mit Gerd Schneider (KLB-Landesvorstand, links) und Seelsorger Wolfgang Scharl (rechts) von der KLB Würzburg.

 ​Foto: Manfred Wilkens, KLB München und Freising

 

Pressemeldung siehe PDF unten