Extreme Hitze und Trockenheit werden einen Waldumbau nötig machen

Montag, 17. Februar 2020

Studientag mit Prof. Dr. Andreas Bolte in Eichstätt

 

Der Klimawandel mit immer mehr extremen Hitze- und Trockenheitsereignissen machen einen Waldumbau und Wiederaufforstung nötig“, sagte der Hauptreferent Prof. Dr. Andreas Bolte, Leiter des Thünen-Instituts für Waldökosysteme, am Samstag bei einem Studientag „So viel mehr als nur Holz! Wir retten wir unsere Wälder?“ im Priesterseminar in Eichstätt.

Mit gut 100 Teilnehmenden aus dem Bistum Eichstätt und ganz Bayern war das Jesuiten-Refektorium des Priesterseminars in Eichstätt nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Thema „So viel mehr als nur Holz! Wie retten wir unsere Wälder?“ hatte offensichtlich einen Nerv getroffen, vor allem auch bei vielen Waldbesitzern. Hauptreferent Prof. Dr. Andreas Bolte machte in seinem Einstiegsreferat deutlich, wie die aktuelle Situation im Wald als Reaktion auf den Klimawandel ist. Die aktuelle Lage mit 5-10% geschädigten Bäume bei den Fichten möchte er noch nicht als Waldsterben 2.0 bezeichnen, da es vermutlich erst die Vorboten dessen seien, was uns noch erwarten könne. Es werde zu einer „Kontinentalisierung“ des Klimas kommen, so dass es immer noch extreme Kaltereignisse geben werde, aber vor allem immer mehr extreme Hitze- und Trockenereignisse. Trockene Perioden in Herbst und Winter verschärften durch eine geringere Auffüllung der Wasserstände die Situation durch die trockenen und heißen Sommer. Der Wandel des Klimas gehe ungefähr zehn bis 15 mal so schnell vor sich, wie nach der letzten Eiszeit. Deshalb gäbe es eine hohe Diskrepanz zwischen dem Wandel und der Anpassungsfähigkeit der Pflanzen. Eine aktive Wiederbewaldung sei nötig, müsse aber mit einem Waldumbau einhergehen. Die Naturverjüngung sei gut, es müsse aber von Fall zu Fall abgewogen werden, ob sie ausschließlich der richtige Ansatz sei.

Anschließend konnten die Teilnehmenden in zwei Runden an einem Angebot von vier Workshops und einer Exkursion teilnehmen. Das abschließende lebhafte Podium mit Professor Bolte, Klaas Wellhausen, Dr. Ralf Straußberger und Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes beschäftigte sich mit verschiedenen Punkten und Fragen aus dem Publikum. In der Frage, wie Arten- und Klimaschutz beim Wald ineinander greifen müssen, wurde um Detailfragen wie z.B. die Belassung von Totholz im Wald heftig gerungen, obwohl auch hier niemand grundsätzlich in Frage stellte, dass nur ein gesunder Wald eine Chance hat, sich dem Klimawandel anzupassen.

Für die Veranstalter, das Referat Schöpfung und Klimaschutz des Bistums Eichstätt und das Landesbildungswerk der KLB in Bayern e.V. zogen Nachhaltigkeitsreferentin Lisa Amon und Landesgeschäftsführer Martin Wagner ein positives Fazit: „Es war ein sehr guter und wertvoller Austausch zwischen den Fachleuten aus Politik, Verband, Wissenschaft und Naturschutz. Wir sind sehr erfreut über die hohe Resonanz, vor allem auch über die vielen Teilnehmenden mit Waldbesitz.“, so Lisa Amon vom Bistum Eichstätt. „Die Kirche muss auch hier mit einem guten Vorbild für Nachhaltigkeit vorangehen, so wie es z.B. im Bistum Passau uns dargestellt wurde.“, betont Martin Wagner für die KLB Bayern.