Antwort der Glaubenskongregation zeigt die Entfernung der „Kirche“ von den Menschen

Freitag, 19. März 2021

„Gott selbst hört nicht auf, jedes seiner Kinder zu segnen“. Dieser Satz auf die Frage, ob die Kirche die Vollmacht hat, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen, ist aus Sicht der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland der wichtigste Satz in der Antwort der Glaubenskongregation. Mit seinem Nein zur Segnung homosexueller Partnerschaften hat sich der Vatikan von der Lebensrealität und vielen aktiven gläubigen Mitgliedern entfernt. Die Ausführungen der Glaubenskongregation entsprechen in keiner Weise einem zeitgenössisch-wissenschaftlichen Verständnis von menschlicher Sexualität. Es ist nicht mehr zu vermitteln, dass Kirche jede ungerechtfertigte Diskriminierung ablehnt, „Menschen mit homosexuellen Neigungen mit Respekt und Takt“ aufgenommen werden sollen und wenige Worte später mit Berufung auf den Plan Gottes der Segen für verantwortungsvolle Partnerschaften als verboten erklärt wird.

Die KLB Deutschland ist als Verband nah an den Menschen, kennt ihre Geschichten und Lebenshintergründe. Die Bewertung einer gleichgeschlechtlichen und liebevollen gegenseitigen Verantwortungsübernahme als „Sünde“ lässt so manches Paar verzweifeln, an der Kirche und an sich selbst.

„Wir sind dankbar, dass wir in Deutschland Teil des Synodalen Weges sind und an der Gestaltung eines von Gott getragenen Miteinanders arbeiten dürfen. Für uns ist der Glaubenssinn der Glaubenden – der sensus fidelium – ein wichtiger Aspekt, der theologische, lehramtliche und humanwissenschaftliche Erkenntnis ergänzen muss.“ Nicole Podlinski, Bundesvorsitzende der KLB Deutschland ist als Synodale Mitglied des Forums „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“.

Die KLB warnt vor den Auswirkungen der Antwort des Vatikans. Wenn es nicht erlaubt ist, „alle anderen Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften…, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist)“ zu segnen, sind nicht nur gleichgeschlechtliche Partnerschaften betroffen.

„Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare gehören seit Langem zum inoffiziellen kirchlichen Alltag. Ihre Verankerung in den Diözesen muss im Synodalen Weg weiter diskutiert werden. Wir appellieren an alle Menschen guten Willens und besonders an unsere Bischöfe pastoral handlungsfähig zu werden, auch wenn dies mit Mut zum pastoralen Ungehorsam verbunden sein sollte“, so Hubert Wernsmann, KLB Bundesseelsorger. Segen ist „Vergegenwärtigung Gottes“. „Die Kirche ist dazu berufen, Menschen zu segnen. Sie ist nicht dazu berufen, Menschen, die darum bitten, den Segen Gottes vorzuenthalten“, so der KLB Bundesverband in der Stellungnahme.

Bad Honnef, den 17. März 2021

 

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